Nun ist es zu spät. Die Wahl ist anders gelaufen, als es sinnvoll wäre und jetzt werden wir wohl Schwarz-Gelb bekommen. Jetzt können wir nur hoffen, dass Deutschland bis 2013 endlich an Denkmasse gewinnt.
Die CDU will natürlich direkt die Mehrwertsteuer erhöhen und da gibt es eine Idee dazu. Diese ist nicht von mir, sondern von einem Bekannten (und sobald er ein Blog hat, wird es verlinkt
).
Die Idee ist, die Mehrwertsteuer auf 50% anzuheben und dafür alle anderen Steuern fallen zu lassen. Im ersten Moment klingt das furchtbar, aber es würde soziale Gerechtigkeit einführen, denn jeder der beim Einkauf spart, spart auch Steuern. Wer aus den vollen schöpft, muss auch viel Steuern bezahlen.
Es wäre für Deutschland anfangs eine radikale Umstellung, dürfte aber in allen Schichten auf Dauer gut ankommen. Was sagt ihr dazu?
#1 von crieger am 28. September 2009
Im Kern keine schlechte Idee, die Steuern direkt an den Konsum zu koppeln.Meines Erachtens geht die Rechnung aber nicht ganz auf.
Damit wälzt du die gesamte Steuerlast auf die Endverbraucher soll also heißen Unternehmen etc. zahlen keine Steuern.
Angekommen du erhöhst du MwSt auf vlt. 30%, reduzierst die Lohnnebenkosten um ca 2/3, streichst alle Sozialleistungen und führst das Grundeinkommen ein und hebst noch den unsinnigen Gesundheitsfonds auf mitsamt der gesetzlichen Krankenkassen sowie die gesetzliche Rentenversicherung, dann passt es.
#2 von mthie am 28. September 2009
Nunja, das geht nämlich leider doch auf. Denn durch die Steuererleichterung mittelständischer Unternehmen (die im Übrigen auch Einkaufen müssen und sei es Material) können diese auch endlich mal wieder investieren, wodurch auch wieder Geld in die Kassen kommt.
Man muss natürlich schauen, dass Unternehmen auch Mehrwertsteuer zahlen müssten.
#3 von Jonny am 28. September 2009
Kurzsichtig und undurchdacht:
Schauen wir uns die unteren 53% an (um bei vergleichbaren Zahlen zu bleiben [1]), dann sieht man, dass diese nur etwa 18% des versteuerbaren (!) Gesamteinkommens beziehen. Eine so radikale Erhöhung der Mehrwertsteuer würde also nicht nur den Konsum insgesamt schmälern, er würde zudem die Ärmsten im Land am meisten belasten.
Insgesamt mag sich die Rechnung durchaus für den Staat lohnen, aber eben die Armen ärmer und die Reichen reicher machen. War nicht Sinn der Übung, oder?
[1] http://www.nachdenkseiten.de/?p=4218
#4 von nightlyone am 24. Oktober 2009
Unternehmen sind ein Umschlagsplatz von Waren und Dienstleistungen. Rohstoff + Dienstleistung = Produkt + Abfall. Konsumsteuern bei Unternehmen wäre nur bei Verlusten durch Verderb u.ä. zu zahlen. Daher eher eine Abfallsteuer für Unternehmen. Dadurch wäre eine Produktionskostensenkung durch Produktion von möglichst wenig Abfall machbar. Das lässt Unternehmen dann sinnvoll mit Resourcen umgehen. Abfallsteuer für Unternehmen ist dann einfach gleich der Konsumsteuer.
Unternehmen konsumieren aber Investitionsgüter und verbrauchen diese im Sinne von Konsum auch. Genau dafür wäre theoetisch dann eine Konsumsteuer zu entrichten. Für Rohstoffe und Dienstleistungen trifft das hingegen nicht zu.
Schwierig wird es dann für virtuelle Güter. Was sind deren Rohstoffe? Eigentlich eine kreative Dienstleistung beim Design. Diese ist aber nur einmalig und daher eher ein Investitionsgut. Die produzierbare Menge hängt eher direkt von Faktoren wie Bandbreite, Rechenleistung und Strom ab. Sind das dann die Rohstoffe?